Der Wald steht in Erzählungen, Filmen und Träumen oft für das Synonym des Verlorengehens, des sich Verirrens, im tatsächlichem Sinne des Ereignisses, wie auch im metaphorischen Sinne. Wo bin ich ?

Der Wald ist der mystische Ort des Märchens. Alles liegt im Halbdunkel oder Dunkel, ist nur schemenhaft zu erkennen und wirkt dadurch ungehindert auf unsere Phantasie ein. „...und sie verliefen sich im Wald, der Wald wurde immer dunkler und unheimlicher, unwegsam und bedrohlich und sie verloren die Orientierung“

Bald darauf folgt allerdings meist der kathartische Moment. Die Sonne strahlt durch das Geäst, der Gesang der Vögel und die letztendlich doch zugewandten Tiere nicht zu vergessen. Der Weg, eine Lichtung !Für den zivilisierten Menschen eine andere Welt alle male, die aus unserem Erleben fast verschwunden ist.

Das wenig benutzte alte Wort DICKICHT wollte ich in dieser Arbeit spürbar machen. Metaphorisch wird „Dickicht“ auch für ein undurchdringliches Gewirr benutzt. Also ein abendländischer Dschungel. Zunehmend unbekannt, obgleich das Bild davon scheinbar archetypisch in uns verwurzelt ist.

In diesem auf dem Kopf hängendem Teppich-Wald vereinen sich Pflanzen aus der Blumentopf Kultur, sowie der Natur und ergeben einen Kunst- Wald. Das Teppichmaterial selbst ist so naturfern, dass es einen bestenfalls an die Sehnsucht oder die Furcht vor der Natur erinnert, als diese auch nur annähernd erfüllt wird.

Oder ist die Erinnerung, die das Bild wachruft bereits schon beglückend oder verunsichernd genug ?

Zieht dieses Dickicht aus Pflanzensilhouetten eher an, oder macht sich Misstrauen breit. Man kann Formen und Material erkennen; es gibt, auch wenn auf dem Kopf stehend, ein klares Bild von Undurchdringlichkeit. Durch die Überlagerung mehrerer Schichten und das Vermengen von Kultur - und Naturpflanzen und durch das künstliche Material kann sich eine Ambivalenz zu diesem Stück „Wald“ ergeben.

Wie sehr ist meine Furcht vor - oder Sehnsucht nach Natur eine romantisch verquere Vorstellung ?

Die Wandinstallation „Wald“ befragt physische und psychische Aspekte unserer Wahrnehmung. Das heimelige Material Teppich, was trotz seines 100% Polyamid Gehalts, aufgrund der Motive organisch wirkt, verstärkt das Moment des Paradoxen.