Systeme, Muster, Zeichen und andere Gewölle

2 Jahre nach Abschluss des Studiums der Malerei habe ich den Pinsel gegen das Cuttermesser, die Leinwand und Farbe gegen Teppichauslegeware getauscht.
Von da an veränderte sich meine Bildauffassung und die Methode grundlegend.

Ab 1993 beschäftigte ich mich mit der Entwicklung eines Zeichenkatalogs, aus dem ich mich fortan für die Entstehung meiner Teppichbilder und Zeichnungen bediente. In den folgenden Jahren entstand ein Werkzyklus von zwanzig 2m x 2m großen Teppichbildern, die Formen und Zeichen zu scheinbar lesbaren Formeln und situativen Abhandlungen darstellten.

Inhaltlich handelten diese Bilder von den aus den Medien entnommenen Alltagsproblematiken, sowie gesellschaftlich- politischen Ereignissen. Zur Zeit des Golfkrieges entstanden die Bombenteppiche und Organbrücken. Zudem interessiert mich die quasi formelhafte Darstellung, die mögliche „Struktur" eines Dialoges zu verbildlichen. In den Teppich-Arbeiten „Gesprächs-Ventilator", „TV- Abend zu zweit" oder „Sendeschluss" und auch in der 2009 entstandenen Installation „talk-talk" beschäftigte ich mich mit dem Thema Kommunikation.
Fortlaufend ist mein Zeichenkatalog angewachsen und zu einem inhaltlich kodierten Formenlexikon geworden, mit dem ich frei assoziativ und spielerisch meine Bildinhalte schneide, klebe, installiere und zeichne.

Der wiederholt gezeigte Stuhl, die Glühbirnen, Bomben und Waffen im eigentlichen kriegerischen Sinne wie im übersetzten Sinne, als aggressives und abgrenzendes Verhalten innerhalb unseres gesellschaftlichen Miteinanders, sind mehr als formale Bestandteile meiner Bildinhalte.
Den Formen liegt etwas archetypisches, metaphorisches oder allegorisches zugrunde, deren Bedeutungen teils unbenennbar oder vage bleiben. Das Spiel der Andeutungen, Verwirrungen oder beunruhigenden Behauptungen zieht sich wie ein roter Faden durch mein gesamtes künstlerisches Werk.